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Juli 2014

Die Aktiengesellschaft als Unternehmensform für Selbständige

Zu den Kapitalgesellschaften zählt auch die Rechtsform der Aktiengesellschaft oder kurz AG genannt. Die Gründung einer Aktiengesellschaft ist lediglich für große Gründungsvorhaben geeignet. Wenn Sie als Startup eine AG gründen, ist ein hohes Startkapital von 50.000 Euro unumgänglich. Die Aktiengesellschaft ist die größere Schwester der GmbH und kann durchaus als Existenzgründer angegangen werden, um es Investoren leichter zu machen, sich sofort finanziell am Unternehmen zu beteiligen. Für die Gründung einer AG bestehen davor und danach hohe formale Anforderungen. Die Haftung ist bei der Aktiengesellschaft auf das Firmenvermögen beschränkt.

Aktiengesellschaft selbst gründen?

Die Aktiengesellschaft ist eine weitere Form der Kapitalgesellschaft. Die Gründung einer AG kann auch für ein Ein-Mann-Unternehmen erfolgen. Dies wird als kleine Aktiengesellschaft oder Ein-Personen-AG bezeichnet.

Wenn Sie eine AG gründen, muss der Name der Gesellschaft die Bezeichnungen „Aktiengesellschaft“ oder eine allgemeingültige Abkürzung enthalten. Zudem ist ein in Gesellschaftsvertrag beziehungsweise eine Satzung bei der Gründung der Aktiengesellschaft zu erstellen und notariell zu beurkunden. Die Satzung des Gesellschaftsvertrags muss enthalten:

  • das Unternehmen und den Sitz der Aktiengesellschaft
  • den Gegenstand der Aktiengesellschaft; namentlich ist bei Industrie- und Handelsunternehmen die Art der Erzeugnisse und Waren, die nach der Gründung der AG hergestellt und gehandelt werden sollen, näher zu beschreiben
  • die Höhe des Grundkapitals zur Gründung der Aktiengesellschaft
  • die Zerlegung des Grundkapitals entweder in Nennbetragsaktien oder in Stückaktien, bei Nennbetragsaktien deren Nennbeträge und die Zahl der Aktien jeden Nennbetrags, bei Stückaktien deren Zahl, außerdem, wenn mehrere Gattungen bestehen, die Gattung der Aktien und die Zahl der Aktien jeder Gattung
  • ob die Aktien der Aktiengesellschaft auf den Inhaber oder auf den Namen ausgestellt werden
  • die Zahl der Mitglieder des Vorstands oder die Regeln, nach denen diese Zahl festgelegt wird.

Die Gründung einer Aktiengesellschaft erfolgt in mehreren Schritten unter notarieller Begleitung, welche gesetzlich vorgeschrieben ist.

  • Wenn Sie eine Aktiengesellschaft gründen, erfolgt zunächst die Feststellung der Satzung des Gesellschaftsvertrags.
  • Dann muss zur Gründung der Aktiengesellschaft das Grundkapital aufgebracht werden.
  • Nach der Gründung der Aktiengesellschaft erfolgt die Bestellung der Organe wie des Aufsichtsrats und der Abschlussprüfer. Der Aufsichtsrat ernennt dann den Vorstand.
  • Sodann muss die Teileinzahlung des Kapitals zur Gründung der AG erfolgen.
  • Erstattung des Gründungsberichts: Die Gründer müssen über die Gründung der AG berichten. Dieser Bericht wird von Vorstand und Aufsichtsrat geprüft.
  • Zur Gründung einer AG gehört auch eine Gründungsprüfung durch eine dritte fachkundige Stelle bspw. einen Wirtschaftsprüfer.
  • Wenn Sie eine AG gründen, muss diese ins Handelsregister eingetragen werden. Damit wird die AG rechtskräftig. Für alle vorher eingegangenen Verbindlichkeiten haften die Gesellschafter der Aktiengesellschaft persönlich.

Folgepflichten einer Aktiengesellschaft

Nach der Gründung einer Aktiengesellschaft ist mindestens einmal pro Jahr eine Hauptversammlung einzuberufen, die über zahlreiche Rechte wie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat oder über die Genehmigung des Jahresabschlusses verfügt. Ab einer bestimmten Größe der Aktiengesellschaft ist die Prüfung der Jahresabschlüsse per Gesetz vorgeschrieben.

Steuern für eine Aktiengesellschaft

  • Für die Aktiengesellschaft wird Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer erhoben.
  • Auf Ausschüttungen müssen die Anteilseigner Kapitalertragsteuer zahlen.

Unternehmergesellschaft UG als Unternehmensform für Selbständige

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG – umgangssprachlich auch als sogenannte Mini-GmbH und 1-Euro-GmbH bekannt – wurde in Deutschland im Zuge der Reform des GmbH-Rechts durch das am 1. November 2008 in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen als existenzgründerfreundliche Variante der herkömmlichen GmbH eingeführt.

Die in § 5a GmbHG geregelte Unternehmergesellschaft stellt keine neue Rechtsform dar. Vielmehr handelt es sich um eine GmbH mit einem geringeren Stammkapital als dem für die gewöhnliche GmbH vorgeschriebenen Mindeststammkapital von 25.000 Euro und mit einem besonderen Rechtsformzusatz. Die UG ist eine juristische Person, voll körperschaftsteuer- und gewerbesteuerpflichtig, und sie muss wie auch bei der GmbH ihre Jahresabschlüsse nach Maßgabe der §§ 325, 326 HGB veröffentlichen. Die UG kann mit einem Stammkapital von lediglich einem Euro gegründet werden. Sie kann, wie teilweise andere Gesellschaftsformen auch, gemeinnützig sein (dann: gUG (haftungsbeschränkt)), wenn sie die dafür geltenden Voraussetzungen erfüllt.

Die UG hat trotz ihrer sperrigen Firmierungsform vor allem in Kreisen von Existenzgründern Beliebtheit gefunden. Zum 1. Januar 2012 existierten insgesamt 64.371 solche Gesellschaften, unter Hinzurechnung bereits in eine GmbH umgewandelter Gesellschaften und der UG & Co. KG sogar bereits 76.377. Die britische Limited, welche in Deutschland eine Zeit lang im Trend lag, hat seither massiv an Bedeutung verloren.

Die im Gesellschaftsvertrag festgelegten Nennbeträge der Geschäftsanteile der Gesellschafter − das sogenannte Stammkapital − müssen nach der Gründung und vor der Anmeldung zum Handelsregister (§ 5a Abs. 2 GmbHG) erbracht werden, damit die Unternehmergesellschaft eingetragen wird. Das Stammkapital insgesamt muss mindestens einen Euro betragen. In der Gründungspraxis werden meist Beträge bis zu 1.000 Euro gewählt, was aber die Bonität der Gesellschaft beeinträchtigen könnte. Ab 25.000 Euro wird keine UG mehr gegründet, sondern eine GmbH im ursprünglichen Sinne (§ 5a Abs. 1 S.1 GmbHG). Im Gegensatz zur GmbH sind keine Sacheinlagen zulässig. Das Stammkapital muss sofort in voller Höhe als Bareinlage eingezahlt werden (§ 5a Abs. 2 GmbHG). Ist Kapital in Höhe von 12.500 Euro vorhanden, kann damit entweder eine UG (haftungsbeschränkt) mit Stammkapital von 12.500 Euro gegründet werden oder eine GmbH im ursprünglichen Sinne, bei der nur die Hälfte des Stammkapitals von mindestens 25.000 Euro einbezahlt werden muss. Der Unterschied liegt im Insolvenzfall: Bei der GmbH besteht die Pflicht der Gesellschafter, den Fehlbetrag zu 25.000 Euro Stammkapital noch zu erbringen, in der UG hingegen nicht.

Das Musterprotokoll sieht vor, dass der gründende Gesellschafter die Gründungskosten selbst tragen muss, wenn diese das Kapital der Gesellschaft übersteigen. Ausnahmen sind natürlich ausgeschlossen.

Erfolgreiche Rückerstattung von Beiträgen bei der Krankenkasse als freiwillig Versicherter

Krankenkasse für Selbstständige


Commerzbank für Selbstständige

In meinem ersten Anlauf in die erfolgreiche Selbstständigkeit nahm ich den Weg zur Krankenkasse nicht so genau und ignorierte die ersten Monate das Schreiben der Krankenkasse zum Einkommensnachweis. Blauäugig und jung wie ich war, erhielt ich nach 8 Monaten die Zwangseinstufung und die Mahnung zur Zahlung des rückwirkenden monatlichen Betrages von insgesamt 5.348 Euro inklusive Mahngebühren, welche ebenfalls nochmal 6 Euro je versäumter Monatszahlung betrugen. Die Mahngebühren von 6 Euro je versäumter Monatszahlung ist danach jeden Monat fällig, bis die jeweilige Monatszahlung bei der Krankenkasse ausgeglichen ist. Laut dem Schreiben der Krankenkasse wurde ich auf den höchsten Beitragssatz eingestuft, also auf 708 Euro monatlich, da in Deutschland die gesetzliche Krankenkassenpflicht besagt, dass die Krankenkasse mithilfe des Gesetzgebers den Höchstbetrag einfordern kann, falls der „freiweillig Versicherte“ nicht innerhalb 3 Monaten dem Einkommensnachweis nach geht. Also so freiwillig ist die „freiwillige Krankenversicherung“ gar nicht.

Ich setzte mich nach dem Schreiben mit der zuständigen Person aus dem „Zahlungen & Beiträge“-Büro der Krankenkasse auseinander, um die monatlichen Beiträge zu korrigieren. Während dem Telefonat stellte sich heraus, dass eine rückwirkende Korrektur der Beiträge nach der Zwangseinstufung nicht mehr möglich sei. Ich könnte jedoch nach dem
Einsenden der Einkommensanfrage meinerseits, die monatlichen Beiträge für die anfallenden kommenden Monate anpassen lassen. Zu diesem Zeitpunkt hätte die zuständige Frau für die Beitragsberechnung mich niemals auf die Möglichkeit der Beitragsentlastung hingewiesen, welche auf meinen Fall tatsächlich zugetroffen hat. Stattdessen wimmelte mich die Frau einfach mit der Bitte um Zahlung des Gesamtbetrages am Telefon frech ab.

So wollte ich das nicht stehen lassen und habe mir verschiedene Gerichtsurteile ähnlicher Fälle angesehen. Bei dem Urteil des LSG Berlin im März 2002 (L 15 KR 286/01, S 87 KR 1143/01) spielte unter anderem eine Rolle, dass dem Kläger keine Beitragsbescheide zugegangen waren. Bezüglich der Vorschrift des § 240 Abs. 4 Satz 3 SGB V, aus der hergeleitet wird, dass Veränderungen der Beitragsbemessung erst in dem Monat nach der Vorlage des Nachweises wirksam werden, ging das Gericht davon aus, dass ohne Beitragsbescheide schon das Tatbestandsmerkmal der Beitragsbemessung fehle. So etwas konnte ich leider nicht nachweisen und deshalb war ich gesetzlich in der Pflicht das Geld zu bezahlen.

Beitragsentlastung aufgrund sozialer Härte
Ich übersendete der Krankenkasse ein Schreiben mit der Bitte um rückwirkende Reduzierung meiner Mitgliedsbeiträge, mein Passfoto, meine korrekte Einkommensanfrage wie auch meine Gewerbeanmeldung. Während dieser Zeit erhielt ich einen neuen Ansprechpartner im „Zahlungen & Beiträge“-Büro der Krankenkasse. Dieser verwies mich auf eine Beitragsentlastung aufgrund sozialer Härte. Das ist tatsächlich ein Verfahren bei einigen Krankenkassen, welche es Selbständigen bzw. freiwillig Versicherten erlaubt, Mitgliedsbeiträge auch rückwirkend erheblich senken zu lassen. Vorallendingen für Gründer und Menschen mit schweren sozialen Schicksalsschlägen ist dieses Verfahren angedacht.

Aus 5.348 Euro wurden nun 1.028 Euro!

Eine Reduzierung der Krankenkassenbeiträge aufgrund sozialer Härte ist jedoch nicht möglich, wenn eines oder mehrerer der nachfolgenden Kriterien erfüllt sind:

1. Die Hälfte der beitragspflichtigen Einnahmen der Bedarfsgemeinschaft entspricht oder überschreitet einen Betrag von 2.073,75 Euro; bei der Ermittlung der Einnahmen können unter Umständen Freibeträge für Kinder abgezogen werden (pro Kind sind das 553 Euro)

2. In der Bedarfsgemeinschaft – Ehefrau und Kinder – liegen zu versteuernde Einnahmen aus Kapitalvermögen bzw. Vermietung und Verpachtung vor. Auch wenn diese negativ sind, kann eine rückwirkende Beitragsanpassung über dieses Verfahren nicht erfolgen.

3. Ihr Vermögen bzw. das Ihres Ehepartners übersteigt jeweils einen Betrag von 11.060 Euro (z.B. Ersparnisse), hat das zur Folge, dass ein sozialer Härtefall nicht gegeben ist und eine rückwirkende Beitragsanpassung in diesem Fall nicht möglich sein kann.

Sind die Voraussetzungen für die Beitragsentlastung aufgrund sozialer Härte erfüllt, kann die jeweilige Krankenkasse mit dem Monat nach Eingang des Antrags die Beiträge auch rückwirkend reduzieren. Lassen Sie sich dabei nicht von Mitarbeitern der Krankenkasse abwimmeln und räumen Sie sich das Recht auf Reduzierung der Mitgliedsbeiträge ein, falls Sie den Kriterien entsprechen.

Haben Sie ähnliche Erfahrungen mit Krankenkassen gemacht? Dann lassen Sie es mich und andere betroffene Personen wissen und hinterlassen Sie weiter unten einen Kommentar mit Ihrer kurzen Geschichte.

Preiskalkulation » Die Konkurrenz ist günstiger als ich

Natürlich ist es wichtig, dass Sie Ihre Mitbewerber im Blick haben. Aber wenn Sie Ihre Preise allein an denen Ihrer Konkurrenz ausrichten, werden Sie vielleicht im ersten Augenblick mehr Umsatz machen, jedoch wahrscheinlich die Gewinnspanne verlieren, die Sie sich vorgestellt haben und Ihre eigenen monatlichen Kosten gar nicht mehr decken können. Vermeiden können Sie dies durch eine gründliche Preiskalkulation. Das ist zwar nicht immer einfach und bei vielen Produkten eine große Hürde, aber einer der wichtigsten unternehmerischen Instrumente überhaupt und verschafft Ihnen nicht nur einen Überblick über Ihre aktuelle Situation, sondern in vielen Fällen einen saftigen finanziellen Gewinn – und das Monat für Monat.

Bevor Sie mit einem neuen Produkt oder einer neuen Dienstleistung an den Markt gehen, sollten Sie deren Preis kalkulieren. Dabei spielen drei wichtige Fragen eine entscheidende Rolle.

1. Wie verhält es sich mit Angebot und Nachfrage? Ist ein bestimmtes Angebot in großer Menge vorhanden, aber die Nachfrage gleichzeitig gering, dürfte der Preis eher niedrig sein. Übersteigt dagegen die Nachfrage das Angebot, ist der Preis in der Regel hoch.

2. Kann ihr angestrebter Preis marktfähig sein? Das hängt vor allem davon ab, welchen Preis Ihre Konkurrenten für vergleichbare Produkte oder Dienstleistungen verlangen.

3. Können Sie mit Ihrem angestebten Preis Ihre eigenen Kosten decken und überhaupt Gewinn erzielen? Voraussetzung für die Beantwortung dieser Frage ist, dass Sie Ihre Kosten auch tatsächlich kennen. Ein Antesten des Produktes auf dem Markt ist hier in den meisten Fällen unumgänglich. Halten Sie Ihre Kosten gering und erwarten Sie nicht zu viel von Ihrem Projekt. Lernen Sie aus Ihrem Markt und passen Sie Ihre Strategie monatlich an – so werden Sie Ihre Umsätze maximieren und Ihren Gewinn Ihren Erwartungen anpassen können.

In der Regel erfolgt die Preiskalkulation  über die sogenannte Zuschlagskalkulation. Planen Sie zunächst Ihre Absatzmenge und ermitteln Sie Ihre tatsächlichen Ausgaben. Dazu zählen die allgemeinen fixen Kosten (oft auch als Gemeinkosten bekannt), welche immer unabhängig vom jeweiligen Umsatz anfallen – Personalkosten, Miete, Versicherungen. Hinzu kommen dann die variablen Ausgaben (jedem Unternehmer auch als Einzelkosten bekannt), die immer mit der Absatzmenge variieren – Einkauf von Rohmaterial, halbfertigen Erzeugnissen oder den Einsatz freier Mitarbeiter für die Erzeugnis des Produktes oder die Zuverfügungstellung der jeweiligen Dienstleistung beim Kunden. Aus der Relation der fixen Ausgaben und der variablen Kosten ergibt sich ihr persönlicher Zuschlagsatz, um immer kostendecken zu arbeiten und schnell kalkulieren zu können. Dieser Preis ist Ihr Preis, lässt sich in den meisten fällen dann aber im ersten Augenblick nicht auf dem Markt etablieren, da er noch zu teuer ist – die Konkurrenz schläft nicht, sagt man doch so schön. Um flexibler regieren zu können, sollten Sie die Deckungsbeitragsrechnung als erste Kalkulation anwenden. Dieser Preis im Endergebnis deckt zumindest Ihre fixen Kosten. Kalkulieren Sie hierbei je Warengruppe, je Stück, je Stunde oder je Auftrag.

Ihre nächsten Schritte für Ihre Preispolitik

1. Lassen Sie sich auf keinen Fall alleine von den Preisen der Konkurrenz in Ihrer Kalkulation leiten. Nur eine aktive Preispolitik, welche sich stets anpassen kann, ist eine gute Preispolitik für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung.

2. Stellen Sie sich die Frage, worin sich Ihr Produkt vom teuren Produkt der Konkurrenz unterschiedet – stimmt denn Ihr Preisleistungsverhältnis?

3.  Wie können Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung für Ihre Zielgruppe attraktiver machen und dadurch einen höheren Preis verlangen?

4. Können Sie eventuell durch einen besseren und langfristigen Service höhere Preise verlangen, um das Produkt attraktiver zu machen?

5. Haben Sie die Möglichkeit , mit psychologischen Preisen zu operieren? Das bekannteste Beispiel ist der Kürzungspreis mit beispielsweise 19,99 Euro oder 199 Euro, um den Preis schmackhafter zu machen.

6. Verfüge ich über genügend Informationen über die Preise meiner direkten Wettbewerber? Eventuell haben Sie einen Testkunden oder einen realen Kunden bei der Konkurrenz?

7. Orientieren Sie sich bei Ihrer Preisgestaltung an zu hohen Erwartungen im Umsatz und im Gewinn? Fangen Sie etwas kleiner an und lernen Sie aus der Entwicklung. Wie bereits gesagt sollten Sie sich stets strategisch dem Markt anpassen – nur eine aktive Preispolitik ist gut, marktfähig und kann im Zweifelsfall problemlos auf dem hart umkämpften Markt bestehen.

Expertentipps für Ihre Preisgestaltung

Um herauszufinden, welche Artikel einen besonders hohen Umsatzanteil haben werden und daher auch besonders wichtig für Ihre Preiskalkulation sind, bietet sich die ABC-Analyse an. Mit diesem Verfahren teilen Sie Ihre Produkte in drei Kategorien auf. A-Artikel, welche 70 bis 80 Prozent Ihres Umsatzes ausmachen. B-Artikel, welche 10 bis 20 Prozent Ihres Gesamtumsatzes ausmachen und C-Artikel, welche den kleinen Teil von 5 Prozent Ihres Umsatzes ausmachen.

Falls Sie Ihre Preise in erster Linie nach marktstrategischen Preisen ausrichten möchten, bietet sich die Mischkalkulation an. Die Methode besteht darin, dass man bei bestimmten Produkten geringere Gewinnspannen oder gar kleinere Verluste in Kauf nimmt, die mit höheren Gewinnen bei anderen Produkten ausgeglichen werden. So können Sie gezielt Kunden locken und für sich gewinnen.

Niedrige Preise bieten sich insbesondere während der Einführungsphase eines Produktes an, um eine gewisse Absatzmenge zu erreichen. Allerdings sollten Sie auch bei kurzfristigen Preissenkungen beachten, dass durch den Preis zumindest Ihre variablen Kosten gedeckt sind – vielen selbständigen Unternehmern passieren hier zu Beginn eines Produktlaunches Fehler, welche finanziell zu Problemen führen können.

Bedenken Sie stets, dass Ihre aktuelle Kalkulation nicht für die Ewigkeit gelten muss. Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Wettbewerb und lernen Sie aus den Produkten der Konkurrenz.  Arbeiten Sie stets kostendeckend und kalkulieren Sie in regelmäßigen Abständen, um Überraschungen im Geschäftsalltag zu vermeiden.