Die Aktiengesellschaft als Unternehmensform für Selbständige

Zu den Kapitalgesellschaften zählt auch die Rechtsform der Aktiengesellschaft oder kurz AG genannt. Die Gründung einer Aktiengesellschaft ist lediglich für große Gründungsvorhaben geeignet. Wenn Sie als Startup eine AG gründen, ist ein hohes Startkapital von 50.000 Euro unumgänglich. Die Aktiengesellschaft ist die größere Schwester der GmbH und kann durchaus als Existenzgründer angegangen werden, um es Investoren leichter zu machen, sich sofort finanziell am Unternehmen zu beteiligen. Für die Gründung einer AG bestehen davor und danach hohe formale Anforderungen. Die Haftung ist bei der Aktiengesellschaft auf das Firmenvermögen beschränkt.

Aktiengesellschaft selbst gründen?

Die Aktiengesellschaft ist eine weitere Form der Kapitalgesellschaft. Die Gründung einer AG kann auch für ein Ein-Mann-Unternehmen erfolgen. Dies wird als kleine Aktiengesellschaft oder Ein-Personen-AG bezeichnet.

Wenn Sie eine AG gründen, muss der Name der Gesellschaft die Bezeichnungen „Aktiengesellschaft“ oder eine allgemeingültige Abkürzung enthalten. Zudem ist ein in Gesellschaftsvertrag beziehungsweise eine Satzung bei der Gründung der Aktiengesellschaft zu erstellen und notariell zu beurkunden. Die Satzung des Gesellschaftsvertrags muss enthalten:

  • das Unternehmen und den Sitz der Aktiengesellschaft
  • den Gegenstand der Aktiengesellschaft; namentlich ist bei Industrie- und Handelsunternehmen die Art der Erzeugnisse und Waren, die nach der Gründung der AG hergestellt und gehandelt werden sollen, näher zu beschreiben
  • die Höhe des Grundkapitals zur Gründung der Aktiengesellschaft
  • die Zerlegung des Grundkapitals entweder in Nennbetragsaktien oder in Stückaktien, bei Nennbetragsaktien deren Nennbeträge und die Zahl der Aktien jeden Nennbetrags, bei Stückaktien deren Zahl, außerdem, wenn mehrere Gattungen bestehen, die Gattung der Aktien und die Zahl der Aktien jeder Gattung
  • ob die Aktien der Aktiengesellschaft auf den Inhaber oder auf den Namen ausgestellt werden
  • die Zahl der Mitglieder des Vorstands oder die Regeln, nach denen diese Zahl festgelegt wird.

Die Gründung einer Aktiengesellschaft erfolgt in mehreren Schritten unter notarieller Begleitung, welche gesetzlich vorgeschrieben ist.

  • Wenn Sie eine Aktiengesellschaft gründen, erfolgt zunächst die Feststellung der Satzung des Gesellschaftsvertrags.
  • Dann muss zur Gründung der Aktiengesellschaft das Grundkapital aufgebracht werden.
  • Nach der Gründung der Aktiengesellschaft erfolgt die Bestellung der Organe wie des Aufsichtsrats und der Abschlussprüfer. Der Aufsichtsrat ernennt dann den Vorstand.
  • Sodann muss die Teileinzahlung des Kapitals zur Gründung der AG erfolgen.
  • Erstattung des Gründungsberichts: Die Gründer müssen über die Gründung der AG berichten. Dieser Bericht wird von Vorstand und Aufsichtsrat geprüft.
  • Zur Gründung einer AG gehört auch eine Gründungsprüfung durch eine dritte fachkundige Stelle bspw. einen Wirtschaftsprüfer.
  • Wenn Sie eine AG gründen, muss diese ins Handelsregister eingetragen werden. Damit wird die AG rechtskräftig. Für alle vorher eingegangenen Verbindlichkeiten haften die Gesellschafter der Aktiengesellschaft persönlich.

Folgepflichten einer Aktiengesellschaft

Nach der Gründung einer Aktiengesellschaft ist mindestens einmal pro Jahr eine Hauptversammlung einzuberufen, die über zahlreiche Rechte wie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat oder über die Genehmigung des Jahresabschlusses verfügt. Ab einer bestimmten Größe der Aktiengesellschaft ist die Prüfung der Jahresabschlüsse per Gesetz vorgeschrieben.

Steuern für eine Aktiengesellschaft

  • Für die Aktiengesellschaft wird Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer erhoben.
  • Auf Ausschüttungen müssen die Anteilseigner Kapitalertragsteuer zahlen.