Künstlersozialkasse

 

Die Künstlersozialversicherung (kurz KSV) ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland. Sie ermöglicht freischaffenden Künstlern und Publizisten den Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Im Gegensatz zu freiwillig versicherten Selbständigen zahlen sie dort nur einen dem Arbeitnehmeranteil entsprechenden Beitrag.

Die vor etwa 25 Jahren gegründete KSK selbst ist an sich keine Versicherung, sondern eine eigenständige Abteilung der Bundesverwaltung Deutschlands, die das Vorliegen der Versicherungspflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) prüft.

Die Künsterlersozialkasse hat zwei wichtige Aufgabenbereiche. Zum einen prüft die KSK die Zugehörigkeit von Küstlern und Publizisten, zum anderen zieht die KSK die Versicherungsbeiträge ein. Für die Durchführung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung ist die KSK nicht zuständig.


Wer ist Künstler oder Publizist und ist berechtigt für die Künstlersozialkasse?

Künstler laut KSK ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft oder lehrt. Publizist ist laut KSK, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.


Die Künstlersozialkasse meldet die versicherten Künstler und Publizisten lediglich ordnungsgemäß bei der gesetzlichen Krankenkassen und bei der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung an und leitet die Beiträge an die Allgemeine Ortskrankenkassen, Ersatzkassen, Betriebs- und Innungskrankenkassen weiter.

Die Künstlersozialkasse ersetzt in Sachen Sozialabgabe den nicht vorhandenen Arbeitgeber und übernimmt dessen Anteile an den relevanten Abgaben. Sie zahlt also jeweils die Hälfte zu den Krankenversicherungskosten und 50 Prozent zu den gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträgen, die jeweils anderen 50 Prozent zahlt der jeweilige Künstler oder Publizist.

Bei der Künstlersozialkasse haben Sie die Wahl ob Sie gesetzlich oder privat versichert sein möchten. Wenn Sie sich jedoch für die private Krankenversicherung entschieden haben, ist eine Rückkehr zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr möglich. Bei Berufsanfängern wurde hier eine Ausnahmeregelung eingeführt. Innerhalb 3 Jahren ist ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung noch einmal möglich.

Wer sich entscheidet in die Künstlersozialkasse zu wechseln, muss damit rechnen, dass die Höhe des Beitrags nicht nach dem tatsächlich erwirtschafteten Einkommen berechnet wird, sondern nach von der Künstlersozialkasse vorab geschätzen Gewinn für die jeweilige Arbeitsgruppe. In der Regel fordert die Künstlersozialkasse keinen Nachweis der tatsächlichen Gewinne. Für jede Arbeitsgruppe wird von der Künstlersozialkasse eine jährlich aktualiserte Schätzung angelegt.


Besteht eine Versicherungspflicht bei der Künstlersozialkasse?

Gemäß Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) werden selbständige Künstler und Publizisten in der allgemeinen Rentenversicherung, in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der sozialen Pflegeversicherung versichert. Voraussetzung hierfür ist die Einstufung als Künster oder Publizist durch die KSK und, dass die künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur über einen bestimmten Zeitraum ausgeübt wird wie auch im Zusammenhang mit der künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nicht mehr als ein Arbeitnehmer beschäftigt wird. Ausgenommen sind Beschäftigungen zur Berufsausbildung oder geringfügige Beschäftigungen.

Nicht versicherungspflichtig ist laut Künstlersozialversicherungsgesetz übrigens, wer in dem Kalenderjahr aus selbständiger künstlerischer und publizistischer Tätigkeit voraussichtlich ein Arbeitseinkommen erzielt, das 3.900,00 € nicht übersteigt (§ 3 Abs 1 Satz 1 KSVG).


Die Künstlersozialkasse kann zum Nachteil werden

Ein Eintritt in die Künstlersozialkasse muss nicht immer Beitragserleichterungen bedeuten. Je mehr Gewinn Sie in Ihrem Job erzielen, desto höher werden auch Ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und Rentenversicherung. Die Kosten für die private Krankenkasse können dann erheblich niedriger sein als die bei der gesetzlichen Krankenkasse.

Erschwerend kommt nun auch noch hinzu, dass Sie aus der Pflichtmitgliedschaft bei der Künstlersozialkasse nun nicht mehr so einfach herauskommen. Ein Weg ist es, dass Sie vollzeitbeschäftige Mitarbeiter einstellen, um aus der KSK wieder austreten zu können.

Künstlersozialkasse als Student

Auch als Student hat man bereits die Möglichkeit bei der KSK beizutreten, genießt jedoch nicht alle Vorteile. Als Student mit Beitragszahlung oder als Künstler über die KSK ist man immer noch Mitglied seiner bisherigen Krankenkasse. Wenn die Mitgliedschaft mehr als 18 Monate besteht, gilt eine Kündigungsfrist von 2 vollen Kalendermonaten, um in eine andere Krankenkasse zu wechseln. Lediglich für hauptberufliche Künstler übernimmt die KSK dann die Hälfte der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.


Anmeldung bei der Künstlersozialkasse

Wer bei der Künstlersozialkasse versichert sein möchte, hat die Möglichkeit sich die entsprechenden Unterlagen bei der KSK einzuholen. Diese werden postalisch dem Antragsteller zugesendet, jedoch sind diese Unterlagen auch im Internet frei zugänglich zu finden.

Wer sich noch dieses Jahr bei der KSK anmelden möchte, wird von der Künstlersozialkasse einer eingehenden Prüfung unterzogen und muss die geschätzen Einkommenswerte für das aktuelle Jahr übermitteln. Erst dann wird der jeweilige Mitgliedsbeitrag ermittelt und kann von der vergünstigten Sozialversicherung profitieren.